Der Mensch und seine Transformationsreise

Immer mehr Menschen erkennen heute, daß wir uns inmitten einer Übergangsphase unserer evolutionären Entwicklung befinden. Der alte Verstandsmensch wird aussterben, weil es ihm nicht gelingt, im Einklang mit sich selbst, seinen Mitmenschen und der Natur zu leben. Der Neue Mensch wird kommen und mit ihm eine neue Form von Bewußtsein. Was heißt, er wird kommen? Er ist bereits da. Er weiß es nur noch nicht!

Die kosmische Transformationsreise

Unzählige Bücher sind in den letzten Jahren erschienen zum Thema Bewußtseinswandel. Immer mehr Menschen machen sich auf den Weg, weil sie spüren, daß wir in einer ganz besonderen Zeit leben, einer Zeit der Entscheidung.
Wir müssen uns entscheiden, ob wir uns selbst ändern wollen oder gegen unseren Willen geändert werden. Denn allem Dasein liegt ein höherer Plan zugrunde, dem sich kein Wesen der Welt entziehen kann. Ein Plan, der jedes Lebewesen und die Schöpfung als Ganzes – Schritt für Schritt und mit fast unendlicher Geduld – zur Weiterentwicklung drängt und dadurch vom Unbewußten ins Bewußte führt. Oder – wie es viele spirituelle Lehrer ausdrückten – von der Dunkelheit des Unwissens ins Licht der Weisheit.
Dieser Entwicklungsdrang zeigt sich in der menschlichen Evolution ebenso wie in der kosmischen „Weiterentwicklung“ der Himmelskörper. Aus „chaotischen“ und ungeordneten Atomsammelsurien haben sich nach und nach Sonnen gebildet. Spiralnebel verfestigten sich zu Sternen und Planeten. Das wilde Durcheinander der herumfliegenden Felsbrocken wurde durch gegenseitige Anziehung in ein harmonisches Gleichge-wicht geführt.
Auch auf der Erde herrschte Jahrmillionen lang Chaos, als die Elemente noch nicht gezügelt waren und sich erst kennenlernen und aneinander gewöhnen mußten. Erst wenn die natürlichen Voraussetzungen geschaffen sind, kann die nächsthöhere Lebensform die Bühne des Lebens betreten. So hat sich die Tier- und Pflanzenwelt nach derselben „kosmischen Ordnung“ auf seine Transformationsreise begeben. Immer bestrebt, eine harmonische Gemeinschaft zu bilden, dem Licht entgegenzu-wachsen, klüger, schöner, edler zu werden.
Jedes Lebewesen kommt im Laufe seiner Entwicklung an den Punkt der Entscheidung, sich entweder bewußt in die höhere Ordnung einzufügen und damit die Weiterentwicklung des Ganzen immer weiter zu fördern oder … auszusterben.
In den großen Entwicklungsläufen kommt es so immer wieder zu sogenannten evolutionären Quantensprüngen, wenn bestimmte Arten mit der Gesamtentwicklung nicht mehr „mithalten können“ oder den Zenit ihrer Entwicklungsmöglichkeit erreicht haben.

Die menschliche Transformationsreise

Was hat all das nun mit dem alten und dem neuen Menschen zu tun? Auch der Mensch steht nicht über den Gesetzmäßigkeiten des kosmischen Entwicklungsplanes. Auch seine Reise soll ihn vom Unbewußten ins Bewußte führen, und vom Unwissen in die Weisheit.
Bei uns Menschen wird der Intellekt häufig mit der Weisheit verwechselt. Besonders kluge Menschen leben in der Überzeugung, auch besonders weise zu sein. Daß dem nicht so ist, zeigt die Historie zur Genüge. Immer wieder sind es gerade die Intellektuellen, die – sich im Lichte ihrer Verstandesklugheit sonnend – das Licht der Welt aus den Augen verlieren und damit auch den höheren Plan.
Auf diese Tatsache haben die „Lichtbringer“ aller Kulturen in ihren Offenbarungen immer wieder hingewiesen. Sie haben den Verstandesklugen geraten, den Dünkel zu überwinden und wieder „wie die Kinder zu werden“. Sich wieder einzufügen in das große kosmische Entwicklungsschwingen, anstatt sich der Weisheit des Ganzen zu entziehen. Heute würde man sagen: Endlich wieder ganzheitlich zu denken. Endlich wieder in Kontakt zu treten mit ihren Gefühlen, ihren Empfindungen und letztlich – mit sich selbst.
Je länger wir den Verstand zum Maß aller Dinge erheben, desto schwieriger wird es, diese Wahnvorstellung wieder loszulassen. Je mehr wir unsere Vorstellung von der Größe des Lebens begrenzen, desto begrenzter werden, fühlen und denken wir selbst. Wir werden zu dem, was wir uns vorstellen: zu kleinen, vergänglichen, namenlosen Schatten im ebenso vergänglichen All. Zu Ausgestoßenen, Einsamen, von der Welt Vergessenen.
Und da ist es dann nur recht und billig, daß wir diesem, im Grunde sinnlosen Leben so viel als möglich abtrotzen. Daß wir uns alles nehmen, was sich uns bietet – auf Teufel komm raus. Denn wenn sich schon niemand um uns kümmert, dann tun wir es eben selbst.
Der alte Verstandsmensch ist tatsächlich ein einsames Wesen, was er durch sein Verhalten auch tagtäglich zum Ausdruck bringt. Er leidet wie ein Hund und fühlt sich vom Leben benachteiligt. Er steht in Konkurrenz mit all den anderen Ver-standesmenschen, denen es ebenso geht wie ihm. Er ist frustriert und hat das Leben so satt. Und ja, er ist einsam.
Doch er müßte es nicht bleiben. Er könnte, wie jedes andere Geschöpf dieser Welt, sein altes Ego hinter sich lassen und seine Transformationsreise beginnen. Er könnte seine Hülle sprengen und sich wieder einfügen in das große kosmische Schwingen, in die große Gemeinschaft der Reisenden. Er könnte wieder teilnehmen an der ewigen Verwandlung aller Dinge.
Und das würde ihm nicht nur guttun, er würde dadurch auch wieder einen Sinn im Leben finden. Den einen Sinn. Die Antwort auf alle Fragen. Warum bin ich hier? Und das Leben würde ihm antworten: Der Mensch wird geboren, um sich zu verwandeln.

Die Entscheidung

Wir leben in einer ganz besonderen Zeit. Wir alle, die wir hier auf der Erde inkarniert sind oder im Jenseits auf die nächste Inkarnation warten, wir alle leben in der Zeit der Entscheidung. Wir leben in einer Übergangsphase, die eine neue Art von Menschen gebären wird. Wir befinden uns inmitten eines Quantensprungs unserer evolutionären menschlichen Entwicklung, inmitten eines kosmischen Bewußtseinswandels.
Die ganze Welt wird auf eine neue Bewußtseinsebene gehoben, Schritt für Schritt, Stufe um Stufe. Und für keinen von uns ist dieser Übergang leicht. Wir haben alle zu kämpfen, um den alten Menschen in uns zu überwinden. Wir leiden alle unter der Diktatur unseres eigenen Egos, unter den Konditionierungen und Seelenwunden, unter den Einflüssen der Außenwelt, den Zwängen und Begrenzungen.
Und doch haben wir auch alle die Möglichkeit, unser Leben zu ändern. Wir können uns aufmachen und unsere eigene Transformationsreise endlich beginnen. Wir können der Verwandlung mutig entgegengehen. Oder wir können es lassen und … weiter leiden.
Wer sich für die erste Variante entscheidet und sich in Bewegung setzt, sich wieder in das große kosmische Schwingen einfügt, seinen eigenen Willen wieder mit der höheren Weisheit in Einklang bringt, dem kann seine Transformationsreise völlig neue Ausblicke eröffnen auf das, was wirklich Leben heißt.
Er kann dabei vieles lernen über sich selbst, über die Welt, in der er lebt und über den tieferen Sinn des Daseins. Er kann über sich hinauswachsen und endlich zu dem werden, was in seinem Innersten bereits angelegt ist.
Er kann den Quantensprung der menschlichen Evolution bewußt an sich selbst erleben. Einen Sprung, der unweigerlich kommen wird, weil es so geschrieben steht im großen Buch des Lebens. Er wird wieder Teil der großen Reise, der wir alle angehören, wenn wir es wollen.
Wer im Gewohnten verharrt und sich gegen den Fluß der Entwicklung stellt, dem wird all das, was geschehen wird, wie ein Unglück erscheinen. Jede Veränderung wird ihn in Angst und Schrecken versetzen. Der tiefere Sinn all dessen, was ge-schieht, wird ihm verborgen bleiben. Er wird weiter in vermeintlichen Schicksalsschlägen nicht den „Wink des Schicksals“ sehen, das ihn aufrütteln will. Er wird in Krankheiten nicht den Ruf seiner Seele hören, die gehört werden will. Und er wird seine eigene innere Stimme nicht verstehen, die ihn heimführen will.
Das Leben ist eine große Reise. Sie führt uns durch Höhen und Tiefen und doch immer demselben Ziele zu – dem geistigen Erwachen! Letztlich geschieht all das, was geschehen wird, sowieso. Wir können die Verwandlung aller Dinge nicht aufhalten. Wir können nur entscheiden, ob wir bewußt daran teilnehmen wollen oder nicht.
Tun wir es, werden wir wachsen. Tun wir es nicht, geht das wahre Leben an uns vorbei. Wir haben die Wahl. Wir sind die Architekten unseres Schicksals.

Autor:
Michael Hoppe