Gott ist der größte Arzt – Über Leben und Wirken des „Wunderheilers“ Bruno Gröning

Am 26. Januar 2019 jährt sich der Todestag eines außergewöhnlichen Menschen, der vielen bis zum heutigen Tage ein Rätsel ist. Fast über Nacht erschien er auf der Bildfläche, predigte in einfach verständlichen Worten die Botschaft der „Umkehr“, und tausende Kranke und Kriegsversehrte erfuhren in seiner Gegenwart wundersame Heilungen. Bis zu 30.000 Menschen pilgerten an manchen Tagen zu ihm, um an den göttlichen „Heilstrom“ angeschlossen zu werden.

Die Rede ist hier nicht etwa von Jesus Christus, sondern von dem Wunderheiler Bruno Gröning (1906-1959), einem der größten Phänomene der deutschen Nachkriegszeit.


Wer war Bruno Gröning?

Diese Frage in ein paar Sätzen zu beantworten, ist kaum möglich. Geboren wurde Bruno Gröning 1906 in Oliva bei Danzig. Er stammte aus einfachen Verhältnissen, erlebte zwei Weltkriege und geriet schließlich in sowjetische Kriegsgefangenschaft. 1949 rückte er ins Zentrum der Öffentlichkeit, als mehrere Personen in seiner Gegenwart spontan von schweren Krankheiten geheilt wurden. Die Presse stürzte sich auf diese „Wunder“, und selbst die Wochenschau berichtete über diesen außergewöhnlichen Mann.

Ein wahrer Pilgerstrom an Hilfesuchenden setzte ein, die ihn hören und von ihm „geheilt“ werden wollten. Um sich ein Bild der historischen Umstände zu machen, sollte man sich das Deutschland von 1949 vergegenwärtigen. Das Land lag zerstört und wirtschaftlich darnieder. Zahllose Menschen litten körperlich und seelisch an den Folgen des Krieges. Einige waren gerade erst aus der „Gefangenschaft“ zurückgekehrt. Und plötzlich ein Hoffnungsschimmer – Bruno Gröning.

Es sind zahllose Fälle dokumentiert, die belegen, daß Blinde plötzlich wieder sehen und Lahme wieder gehen konnten. Längst von den Ärzten aufgegebene Menschen erfuhren spontane Heilungen. Und das, was Bruno Gröning zu sagen hatte, gab vielen einen neuen Lebenssinn.

Was dann geschah, kennen wir aus der Geschichte: Kaum tritt ein Mensch mit besonderen Fähigkeiten auf, scheiden sich an ihm die Geister. Während die einen Bruno Gröning zum Heilsbringer erhoben, gar einen neuen Messias in ihm sahen, holte die andere Seite zum Gegenschlag aus. Vor allem die Ärzteschaft stand diesem „unstudierten“, einfachen Mann feindselig gegenüber. So wurde er mit Heilverboten belegt und juristisch verfolgt. Ein dramatischer Kampf zwischen Schulmedizin und Geistheilung entbrannte – und für Bruno Gröning begann ein jahrelanger Spießrutenlauf.

Bruno Grönings Lehre

Woher Bruno Gröning sein Wissen schöpfte, ist bis heute unbekannt. Nach eigenen Angaben, führte ihn sein Weg zum Erkennen der Wahrheit vor allem in die Natur. Bereits als Kind zog es ihn in den Wald. „Hier erlebte ich Gott: in jedem Strauch, in jedem Baum, in jedem Tier, ja selbst in den Steinen.“, berichtet er später: „Überall konnte ich stundenlang stehen und sinnen, und immer war es mir, als weite sich mein ganzes inneres Leben bis in die Unendlichkeit hinein.“ Dem fügte er hinzu: „Ich bin kein studierter Mensch. Ich bin weder belesen noch habe ich eine menschliche Lehre angenommen, nein. Ich bin meine eigenen Wege gegangen und werde sie auch weiter zu gehen wissen. Ich nehme keine menschliche Lehre an.“

Bruno Gröning sprach mit einfachen, klar verständlichen Worten. Nach seiner Überzeugung „beherrscht der Geist die Materie“, daher kann jegliche Form von Heilung nur vom Geistigen oder – wie er es ausdrückte – von Gott ausgehen. Denn: „Der größte Arzt aller Menschen ist und bleibt unser Herrgott!“

Die Ursache von Krankheiten sah er nicht in materiellen Zusammenhängen, sondern in der Abkehr des Menschen von Gott und der dadurch unnatürlichen Lebensweise. Für ihn war Gesundheit die göttliche Ordnung im Menschen, die Krankheit hingegen repräsentiert die Unordnung.

Diese Unordnung kommt immer dann zustande, wenn der Mensch sich nicht nach den Gesetzen Gottes richtet. Oft geschieht dies unbewußt und ohne böse Absicht. Auf diese Weise kann das Böse (die Krankheit) in den Menschen eindringen. „Jesus Christus wußte, daß jede Krankheit durch Sünde kommt.“, erläuterte er. „Deshalb ermahnte er den Kranken nach der Heilung: Sündige hinfort nicht mehr, daß dir nicht etwas Ärgeres widerfahre.“ Denn mit jeder Heilung wächst auch die eigene Verantwortung.

Selbstverantwortung

Obwohl zahllose Menschen in Bruno Grönings Gegenwart spontane Heilungen erfuhren, war er davon überzeugt, daß wirkliche Heilung nur dann möglich ist, wenn der Mensch auf den richtigen, den natürlichen Weg zurückkehrt. Sein vordergründiges Lebensziel formulierte er daher so: „Ich will jeden Menschen wieder zum Glauben zurückführen, denn jeder Mensch ist ein Wesen der Natur, jeder Mensch ist ein Kind Gottes. Wir Menschen haben nur einen Vater, und das ist unser Herrgott! Und weil viele Menschen vom Glauben abgekommen sind, so will ich sie wieder zum Glauben zurückführen.“

Wenn Bruno Gröning vom Glauben sprach, meinte er damit nicht den konfessionellen „Gewohnheitsglauben“ und schon gar nicht die Kirchen. Hier wurde und wird bis heute das Vorbild Christi nicht gelebt, im Gegenteil: der konfessionelle Gewohnheitsglaube schläferte die Menschen nur ein, anstatt sie zur Wahrheit zu führen. Und was nicht in das dogmatische und teilweise naturferne Glaubensgerüst paßt, wird strikt abgelehnt. Hier stehen sich Kirche und Wissenschaft in nichts nach. Bei beiden herrscht einzig und allein der Verstand!

In all seinen Vorträgen sprach Bruno Gröning davon, wie wichtig es ist, daß der Mensch endlich zur Selbsterkenntnis kommt. Mit mahnenden Worten rief er zur „großen Umkehr“ auf, denn er war fest davon überzeugt, daß wir Elend, Not und Leid erst dann überwinden werden, wenn wir die weisen Gottgesetze wieder in unseren Lebensmittelpunkt stellen.

Der göttliche Heilstrom

Den „studierten“ Medizinern war Bruno Gröning von Anfang an ein Dorn im Auge. Im Nachkriegsdeutschland lebten zahllose kranke Menschen, denen sie nicht helfen konnten, und dieser „dahergelaufene Nichtakademiker“ wagte es, sie zu heilen. Er mußte ein Blender sein, ein Scharlatan! Anstatt sich ernsthaft mit ihm auseinanderzusetzen, bekämpften sie ihn. Mehrfach wurde Bruno Gröning mit Heilverboten belegt.

Für Bruno Gröning war und ist „Gott der größte Arzt“. Seine Aufgabe sah er darin, diese vergessene Urwahrheit an die Menschen zurückzugeben. Er brachte ihnen bei, sich wieder an den omnipräsenten „göttlichen Heilstrom“ anzuschließen, der alles heilt, von höchster, vollkommenster Warte aus. Dieser Heilstrom fließt zu all jenen, die an die Quelle dieser Kraft glauben und die in Demut dafür geöffnet sind.

Seine einfachen Belehrungen, bei gleichzeitiger Aufnahme der göttlichen Heilkraft, führten viele Menschen zur Gesundheit. Dabei wirkte er wie ein Transformator für diese Kraft und leitete sie weiter. Er betonte dabei immer wieder: „Nicht ich heile, sondern es führt die Menschen nur zu ihrem Heil.“

Die regelmäßige Aufnahme der göttlichen Kraft war für Bruno Gröning eine der wichtigsten Voraussetzungen, um auf geistigem Weg eine Heilung erleben zu können. So erklärte er: „Jeder dieser abgebauten (kranken) Körper weist einen großen Energiemangel auf. Je größer der Verlust an Energien ist, desto länger oder öfter bedarf es einer Wiederaufladung, bis der Körper so viel an Energien aufweist, daß er wieder einsatzfähig ist.“

Krankheit ist also in erster Linie Energiemangel. Unsere heutige Lebensweise ist daher geradezu auf Krankheit ausgerichtet! Die beständige innere Unruhe, die Rast- und Ziellosigkeit, man könnte auch sagen: die Gottlosigkeit, all dies führt unweigerlich zum Verlust von Lebensenergie und gesunder innerer Ordnung. Unser „gottloses“ Leben erschafft erst all die Krankheiten, die dann durch „die neuen Götter in Weiß“ wieder behoben werden sollen. Ein echter Teufelskreis!

Dabei ist es im Grunde ganz einfach, sich an den „göttlichen Heilstrom“ anzuschließen. Wir müssen nur eine entspannte Haltung einnehmen und uns demütig dafür öffnen. Und wir müssen zur Ruhe kommen, denn „nur in der Ruhe liegt die Kraft“. Der göttliche Heilstrom sucht dann ganz von selbst die Stellen auf, an denen er wirken muß. Mit der rechten Einstellung und dem rechten Glauben ist also jede Form von Heilung möglich.

Bruno Grönings Lehre ist einfach und für jeden Menschen umsetzbar. Doch wie überall in unserer verkopften, verstandesdominierten Welt ist das Einfache für uns Menschen inzwischen zum Schwierigsten geworden – denn wir haben es verlernt, zu glauben, uns vertrauend zu öffnen und demütig zu empfangen.

Berufung und Tod

Nach mehreren Gerichtsverfahren wurde Bruno Gröning letztlich von der Justiz „unschädlich“ gemacht. Es wurde ihm jede Wirkungsmöglichkeit entzogen. Und das obwohl Ministerpräsident Erhard gefordert hatte, daß eine solch „exzeptionelle Erscheinung“ wie Gröning nicht an Paragraphen scheitern dürfe.

Offiziell starb Bruno Gröning am 26. Januar 1959 in Paris an Magenkrebs – der behandelnde Arzt jedoch bestätigte, derartige innere Verbrennungen niemals zuvor gesehen zu haben. Als Folge der jahrelangen Nachstellungen und dem Heilverbot geschah etwas, was vielen berufenen Geistern geschieht: Da Bruno Gröning die hohen Energien, die beständig in ihn flossen, nicht mehr weitergeben durfte, begann sein Körper innerlich zu verbrennen. Man könnte auch sagen: er begann sich aufzulösen.

Und so wurde wieder einmal ein Helfer für die Menschheit frühzeitig abberufen, weil die Erdenmenschen das, was ihnen „von oben“ geschenkt wurde, nicht annehmen wollten.

Bruno Gröning heute

Bruno Gröning wollte nie im Mittelpunkt stehen. Er wurde durch die Medien in diese Rolle gedrängt. Daß es dennoch Menschen gab, die mit Bruno Gröning einen Personenkult betrieben haben und es vielleicht heute noch tun, ist typisch für unsere Verstandeswelt. Auch daß manch einer versuchte, aus seinen Fähigkeiten Kapital zu schlagen, verwundert kaum. Bruno Gröning selbst hat es stets abgelehnt, für seine Arbeit Geld zu nehmen. Er sah in seinem Wirken eine „freie Liebestätigkeit“.

Bis heute gibt es weltweit Gruppen, die Bruno Grönings Lehren bewahren und weitertragen. Unter anderem trifft man sich zur „gemeinsamen Kraftaufnahme“ oder zum Gedankenaustausch. Ob nun die Bruno Gröning Freundeskreise, unabhängige Informationskreise oder medizinisch-wissenschaftliche Fachgruppen, vielen ist der Wunderheiler zum Vorbild für ihr Erdendasein geworden.

Der Regisseur und Schauspieler Thomas Busse hat sich mit dem „Phänomen Bruno Gröning“ fast drei Jahrzehnte lang beschäftigt und einen dreiteiligen, gleichnamigen Dokumentarfilm über ihn gedreht. In der zehnjährigen Recherche für den Film hat er fast 100 Zeitzeugen interviewt und zahllose Dokumente gesichtet. Daher sei all jenen, die sich näher mit dem Thema beschäftigen wollen, dieser Film empfohlen. Er ist beim Grete Häusler Verlag erhältlich und wird von den Bruno-Gröning-Freundeskreisen regelmäßig in kleineren Kinos kostenlos gezeigt.

Autor: Michael Hoppe