ICH SEHE WAS, WAS DU NICHT SIEHST – Interview mit der Politikkabarettistin Lisa Fitz

Mit ihrem neuen Programm „Flüsterwitz“ und speziell mit dem Lied „Ich sehe was, was du nicht siehst“ hat Lisa Fitz 2018 für große mediale Aufmerksamkeit gesorgt. Ihr wurde das Fördern von Verschwörungstheorien unterstellt und sogar Antisemitismus. Dabei hat sie nur in einen Liedtext gefaßt, was eh schon alle wissen (sollten) – nämlich, daß wir endlich aufwachen müssen. Weil uns sonst das sprichwörtliche Fell über die Ohren gezogen wird … Den Liedtext finden Sie direkt nach dem Interview.

 

 

Liebe Frau Fitz, der leider viel zu früh verstorbene Roger Cicero sang einst: „Frauen regieren die Welt“. Sie schreiben über „Die elitären Clubs der bösen Herrn“. Wer regiert Ihrer Ansicht nach die Welt?

Lisa Fitz:
Na ja! Bei den paar läppischen „Prozenterl“ von Frauen in den Vorstandsetagen … Deutschland befindet sich da in etwa auf einer Stufe mit Indien oder der Türkei, die beide auf rund zehn Prozent Frauen in den Top-Firmen kommen. Da gehe ich doch bei den Kartellmächten wie Auto, Waffen, Pharma, Energie etc. eher von Männern als Machern aus – vorsichtig ausgedrückt.


In Ihrem Lied „Ich sehe was, was du nicht siehst“ prangern Sie – im übertragenen Sinne – die Blindheit einer Freundin an, die sich mit Shopping begnügt, aber nicht bemerkt, wie unsere Freiheit immer mehr beschnitten wird. Wie frei sind wir noch? Und wer mauert unsere Freiheit ein?

Lisa Fitz: Nun, ich kann dem Bürger die Recherchearbeit nicht abnehmen. Im Moment mag ich die Kräfte und Mächte im Hintergrund nicht so gerne aufzählen und mich wieder in die Nesseln setzen. Aber hinter den Politikern stehen handfeste Lobby-, sprich Wirtschafts- und Finanzinteressen, die nicht in erster Linie das Wohl des Bürgers im Auge haben (aber gerne davon reden), sondern eher seine Kaufkraft als Konsument.
Speziell in einer zunehmend globalisierten Welt sind wir ja keine Menschen mehr, sondern nur mehr „Verbraucher“.


Viele namhafte Bestsellerautoren warnen derzeit vor den Folgen der omnipräsenten „Künstlichen Intelligenz“ und der totalen Überwachung.
In einem Interview mit der PNP werden Sie mit den Worten zitiert: „Die Stasibraut „Alexa“ von Amazon ist der Anfang, und der Chip ist die Zukunft. Das wird kommen, weil es den Leuten Spaß macht, ohne Schlüssel die Haustür zu öffnen, bargeldfrei zu zahlen und immer zu wissen, wo die Kinder sind.“
Glauben Sie wirklich, daß sich auch die Menschen hierzulande – trotz unzähliger Warnungen – „chippen“ lassen werde
n?


Lisa Fitz:
Ja natürlich. Es wird uns über die Vorteile verkauft werden. Der Großteil der Menschen wird so reagieren wie aufs Handy: Total begeistert! Es werden „fröhlich Gechippte“ sein, die es genießen, daß sie ihre Autotür und die Haustür öffnen können, ihre CD-Player steuern, keinen Paß mehr brauchen und (naiv) sagen. „Wir waren doch eh schon transparent. Scheiß drauf! Sollen die doch selber mit dem ganzen Datensalat von Milliarden Weltbürgern fertig werden.“

Wie es sich für eine echte politische Kabarettistin gehört, nennen Sie in Ihren Programmen auch ein paar bekannte Namen wie Soros, Rockefeller, Rothschild oder Goldman Sachs. Im Grunde ist spätestens seit der Finanzkrise 2008 die „Mafiabank“ Goldman Sachs als globaler Bösewicht bekannt. Dennoch wurden Sie für Ihre Kritik massiv angegangen. Warum verteidigen deutsche Medien korrupte amerikanische Großbanken, die nachweislich Millionen von Menschen um ihre Ersparnisse gebracht haben? Und es immer noch tun …

Lisa Fitz:
Tja, da fragen Sie mich? Es ist eine Plutokratie, die Herrschaft der Reichen, des Geldes, die zu einer Kleptokratie führt – der Herrschaft der Diebe, der Plünderer, bei der die Herrschenden willkürliche Verfügungsgewalt über Besitz und Einkünfte der Beherrschten haben und entweder sich oder ihre Klientel auf Kosten der Beherrschten bereichern!

Beispiel: der neuerdings gehypte Friedrich Merz ist Vorsitzender der Atlantikbrücke, der größten Lobbyorganisation der amerikanischen Politik in Deutschland. Und er ist Aufsichtsratschef von Black Rock, des größten Kapitalverwalters, also dort, wo die ganz tiefen Taschen sitzen, das ganz große Kapital. (siehe auch das Interview mit Dirk Müller).
Und er ist Lobbyist von diesem Kapitalverwalter Black Rock. Zudem Mitbegründer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, der Lobby Organisation der deutschen Arbeitgeber. Er ist für den Abbau des deutschen Sozialstaates, und er ist Mitglied der trilateralen Kommission, die seit Jahrzehnten als die Organisation der Reichen und Mächtigen fungiert.

Die Frage ist nicht, ob Friedrich Merz Kompetenz hat, die hat er fraglos. Die Frage ist: Wenn er Verantwortung in der Politik bekommt, für wen wird er denn diese Politik machen? Für die breite Masse oder für die, für die er heute schon in höchstem Maße tätig ist? Fazit: Man macht sich gar nicht mehr die Mühe, auf Politiker Einfluß zu nehmen, man setzt gleich seine eigenen Leute ein!
Der französische Präsident Emmanuel Macron z. B. kam von besagter „Rothschild-Bank“. Sein Wahlkampf wurde von denen (mit-)finanziert. Und so weiter …

Das Wort „Eliten“ ist derzeit in aller Munde. Und nicht erst seit der neuesten Oxfam-Studie, die belegt, daß die 42 reichsten Elitemenschen inzwischen so viel besitzen, wie die ärmere Hälfte der nichtelitären Weltbevölkerung zusammen. Auch die „Nieten in Nadelstreifen“ in unseren großen Autokonzernen tragen nicht wirklich zum Gemeinwohl bei. Es wird betrogen und gelogen, doch ohne wirkliche Konsequenzen für die Protagonisten. Wie sehen Sie diese Entwicklung?

Lisa Fitz:
Genauso, wie Sie es sagen, und immer skrupelloser, unverhohlener, offener. Man macht sich gar nicht mal mehr die Mühe, das zu verbergen! Schöne, neue Welt! Laut einer neuen Studie der Böckler Stiftung verfestigen sich Armut und Reichtum in Deutschland. Während der Mittelstand auf der Strecke bleibt …


Der Rechtsruck in der Gesellschaft wird ja viel diskutiert und steht im unmittelbaren Zusammenhang zu der Politik Merkel und den „offenen Grenzen für alle“. Die Ausländerkriminalität ist massiv angestiegen, und viele Menschen fürchten eine Art „feindliche Übernahme“ durch Zuwanderer aus gänzlich anderen Kulturen. Wer es wagt, etwas dagegen zu sagen, wird medial an den Pranger gestellt. Warum ist das so?

Lisa Fitz:
Kennen Sie den Migrationspakt, der im Dezember verabschiedet werden soll? Da wird Ihnen schwummrig. Selbstverständlich bin ich der Meinung, daß alle Menschen aller Rassen und Hautfarben gleich sind vor Gott oder Allah oder wem immer. Ich finde Rassismus hinterwäldlerisch und nicht zeitgemäß und Antisemitismus doof. Aber … Kultur und Werte sind schon wichtig.

Wenn Sie nach Pakistan schauen, wo jetzt tausende Irre auf die Straße gehen (fast nur Männer), um gegen den Freispruch bzw. für das Todesurteil gegen eine Christin zu demonstrieren, die in ihrem Dorf irgendwas gegen Mohammed gesagt hat und deswegen seit acht Jahren in der Todeszelle sitzt, dann sage ich deutlich: solche Menschen will ich hier nicht haben!
Es kommen ja nicht nur syrische Ärzte, sondern auch Menschen, die das Bildungsniveau nach unten ziehen, vollkommen andere Werte als wir haben – vor allem hinsichtlich der Stellung der Frau – und nicht nur vor Krieg, sondern auch vor Armut flüchten oder bessere Lebensbedingungen suchen. Das ist vollkommen verständlich.

Aber dem Migrationspakt ging eine Berechnung voraus, wonach Europa statt der bislang etwa 500 Mio. Menschen bis zu 3,8 Milliarden aufnehmen und verkraften und sozial versorgen kann, wobei sich die USA und Australien aber gleichzeitig diesem Migrationspakt verweigern. Dann frag ich mich schon, ob die – oder wir – einen an der Klatsche haben.

Und zur Eingangsfrage zu „rechts“: Ich bin immer Sozialdemokratin gewesen und unterstütze nun Sarah Wagenknechts Bewegung #Aufstehen. Aber es ist doch vollkommen logisch und nachvollziehbar, daß Millionen Bürger, die einfach – bayrisch gesagt – ums Verrecken nicht gehört werden – nach Umfragen sind das mittlerweile angeblich um die 80 %, denen das Migrationsproblem schwer auf der Seele liegt – wenn die vorsätzlich überhört und abqualifiziert und ständig diskreditiert werden, daß die dann abwandern, den Gang zur Wahlurne verweigern oder sich Alternativen suchen, von denen man aber nicht weiß, was die uns dann bringen.
Das ist in einer Demokratie Usus! Und es war das Versäumnis und die Unterlassung von Angela Merkel, keine Reden zu halten, die den Eindruck machen, daß sie irgendetwas mit uns Wählern zu tun haben.


Apropos Angela Merkel. Sie haben ja 2017 vorausschauend ein „Abschiedslied für Angela Merkel“ komponiert. Wenn Sie eine einminütige Laudatio auf die Ära Merkel abgeben müßten, wie würde die lauten?


Lisa Fitz:
Ich halte sicher keine Laudatio auf Merkel, nicht mal eine Minute.

Das war kurz, aber deutlich. Wenn Sie selbst ab heute Bundeskanzlerin wären, welche politischen Entscheidungen würden Sie anregen, um für eine gerechtere und zukunftsfähige Gesellschaft zu sorgen?

Lisa Fitz: Wir werden von Kartellen regiert. Solange andere Mächte im Hintergrund die Entscheidungen treffen, Wirtschafts- und Finanzmächte, Auto- und Waffenkartelle und Pharmalobbys bzw. die Politiker dazu drängen, Entscheidungen in ihrem Sinne zu treffen, solange bringen politische Entscheidungen kaum etwas. „Netter Versuch“, würden die nur sagen.
Die Medienmacht liegt ja auch in den Händen weniger reicher Familien, das ist bekannt. Dann schreibt man halt den nicht willfährigen Politiker in den Graben.

Aber: Der Verbraucher hat Macht! Das muß er endlich erkennen – und die Verbraucherin vor allem. Jeden Schrott, den ich im TV nicht ansehe, alles, was ich nicht kaufe, alles, was ich nicht mehr konsumieren will, das tut den Menschen, die nur unser Geld wollen, weh.
Verweigerung als Consumer, jeder an seiner Stelle. Überlegen Sie mal, wenn ganz Deutschland beschließen würde: an Weihnachten werden bestimmte Mineralölgesellschaften beim Tanken boykottiert – nur ein paar Tage, Shell, Aral, BP oder wer immer, was meinen Sie, wie schnell da reagiert wird?!


Liebe Frau Fitz, wir bedanken uns für das offene und (bayrisch) direkte Gespräch!

Das Interview führte Michael Hoppe

Weitere Informationen:
www.lisa-fitz.de

 

LIEDTEXT – Ich sehe was, was du nicht siehst – Lisa Fitz

Mit diesem Lied hat die Kabarettistin Lisa Fitz Anfang des Jahres für viel Aufsehen gesorgt:

Ich sehe was, was du nicht siehst
weil´s nicht so irre lustig ist.
Ich sehe das, was du nicht sehen willst –
weil du blind bist – und lieber shoppst und chillst.
„I lies gar nix, i kauf mir jetzt a Kleid!“

Die Welt wird fieser, und an wem mag´s liegen?
Ich bin umzingelt von Staatsmacht und Intrigen.
Es rafft noch mehr, wer großen Reichtum hat
und die Menschen neben mir, die werden nicht satt.

Der Schattenstaat, die Schurkenbank, der Gierkonzern,
Wer nennt die Namen und die Sünden dieser feinen Herrn.
Rothschilds, Rockefeller, Soros & Konsorten,
die auf dem Scheißeberg des Teufels Dollars horten.

Die Masterminds und grauen Eminenzen
JP Morgans, Goldman Sachs und deren Schranzen,
Waffenhändler, Spekulanten, Militär,
Geheimdienste, Spione und noch mehr.

Die elitären Clubs der bösen Herrn,
denen liegt dein kleines Einzelschicksal so fern.
Es gibt sowieso zu viele Esser,
ohne die Vielen geht´s den Wenigen besser.

Die Kaltblüter mauern unsere Freiheit ein
Jahr für Jahr – ohne Eile – Stein um Stein…

Und wir sind zu blöd, um zu kapieren,
zu träge und zu faul zum Informieren,
kaufen Taschen, Schuhe, Schoko, Fußballkarten,
während Satans Drachenreiter auf uns warten.

Hey Du! – Hey Du!

Mach die Ohren auf und höre, wie sie lügen!
Mach die Augen auf und sieh, wie sie betrügen!
Mach den Mund auf und sage, was du siehst!
Die Wahrheit ist oft leider ziemlich fies.

Die Weltenlenker sitzen ganz woanders –
Ein illustrer Kreis, oh ja, der kann das.
Der Teufel sponsert die, kackt auf den Haufen,
Die können Teile von der Welt sich einfach kaufen.

Sind nie in Flüchtlingsheimen oder an der Tafel
In großen Schlössern wird diniert zu Geschwafel,
In Luxusghettos residiern´s im Seidenhemd
Parallelwelt und Moschee sind denen fremd.

Ich sehe was, was du nicht siehst,
weil du halt ganz a Brave bist,
die immer noch ans Gute glaubt,
auch wenn man ihr das Liebste raubt.

Deine Vision ist so naiv
und dein Glaube an den Gott, der ist so tief.
Doch sag ich dir, my love, dein Gott ist tot –
auf der Welt regieren Mord und Geld und Not.

„Wo isser denn? Warum sagt er nix? I hab doch so vui bet´ ?!“
Aha. – Ja, wo isser denn? – Tja.

Dein Gott macht Urlaub, er sitzt auf den Kanaren
Und im Pazifik, wo die Atomtests waren.
Ihm macht das nix, er ist ja nur aus Luft
Und er verduftet, wenn die ganze Welt verpufft.

Dein Unwissen birgt große Gefahr,
denn was du nicht weißt, wird immerdar
Elitenwissen bleiben und geheim
Und sie fangen uns wie Fliegen auf dem Leim.

Wir müssen aufstöbern, zeigen und enthüllen
Sie aus dem Fuchsbau jagen und zerknüllen
die Verbrecher gegen Liebe und das Menschenrecht –
Doch im Deutschen wurzelt leider tief der Knecht.

Geh hinaus und mach die Augen ganz weit auf!
Benutz dein Hirn und lern begreifen, was da lauft…
Mach dich auf deinen Weg, mußt dich beeilen.
Schau genau hin und lies zwischen den Zeilen!

Wart nicht, mein Lieb, du mußt dich sputen
Die Zeit arbeitet nicht mehr für die Guten …
Es ist nicht fünf vor zwölf – s´ ist fünf nach eins
und wenn du wo Gewissen suchst – s´ gibt keins.

Gierige Männer, Mördergreise,
spielen vom Tod die böse alte Weise,
reißen im Fallen die halbe Welt mit sich,
wach auf und handle – laß dich nicht im Stich.

Alles, was das Volk je wollte
und was es bekommen sollte,
wurde niemals ihm geschenkt,
Wir müssen kämpfen – daran denkt!!

Wer kann den Tango der Verleugnung besser tanzen….
Die Elite – oder die dummen Schranzen? (4x wiederholen)

Hey Du! Wach auf…!

® Lisa Fitz Juli 2017

Auf Youtube unter:
www.youtube.com/watch?v=XT8rb56jn8s&feature=youtu.be